Katrin und Thomas Hitzner
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Saudi 2014-2016

Als wir im Januar 2012 Saudi Arabien in Richtung Deutschland verlassen, wissen wir noch nicht, das wir in 11 Monaten wieder in das Land für ein Folgeprojekt reisen werden. Ab Januar 2013 wohnen wir in Yanbu, an der Küste des Roten Meers, etwa 400 km nördlich von Jeddah.


Die Balkone an den Häusern im alten Stadtteil von Yanbu sind sehr sehenswert. In so einem Haus wohnte damals während des 1. Weltkrieges Lawrence von Arabien, der berühmte englische Spion. Sein Haus ist noch relativ gut erhalten und liegt bei: N 24° 4.763 E 38° 3.581


Wir sind oft im Land unterwegs oder baden, tauchen und schnorcheln im Roten Meer. Von unseren Ausflügen zwischen 2014 und 2016 möchte ich hier berichten:


Wer meint, die Wüste ist gefährlich hinsichtlich Skorpione und Schlangen, der irrt. Man muss aufpassen, aber in all den Jahren haben wir gerade mal einen Skorpion vor die Kamera Linse bekommen. Der war dann aber auch prächtig. Ansonsten sieht man hin und wieder mal eine Echse.

Das Tierleben spielt sich im Meer ab. Die Korallenriffe sind in Ufernähe und man kann bis zum Riff laufen. Was man da sieht ist fantastisch.



Aus all den Bildern von der Unterwasserwelt habe ich eins ausgewählt: Den Steinfisch. Der ist sehr giftig, mit dem sollte man sich nicht anlegen.



Eine wirklich sehr gute Stelle zum schnorcheln und baden ist etwa 100 km nördlich von Yanbu, N 24° 37.475  E 37°19.700.  Wir nennen den Strand "Bikini Beach". Deshalb, weil ein Küstenposten darüber wacht, das an diesem Strand nur Ausländer baden dürfen. Wir waren aber immer die Einzigen. Jedenfalls fängt das Riff schon wenige Meter vom Strand entfernt an, man sieht Tausende von Fischen, hin und wieder mal einen Tintenfisch oder auch große Meeresschildkröten.


Ganz oben im Norden des Landes, an der Grenze zu Ägypten gibt es übrigens eine Stelle am Strand mit einem Flugzeugwrack. Das Flugzeug liegt dort schon seit 1960. Dazu gibt es eine interessante Geschichte: 

http://www.artificialowl.net/2009/07/abandoned-catalina-seaplane-50-years.html



Das Wrack liegt bei N 28° 5.602 E 34° 36.623. Unsere Frauen mit Abaya sehen doch aus wie aus Star Wars - oder?



Wir waren oft im Nord-Westen des Landes im Bereich westlich von Tabuk. Dort gibt es viele sehenswerte Abschnitte. Beim Bild oben hatten wir das Problem, das wir schnell in dieses Tal (N  28° 17.824 E 35° 51.854) gekommen sind, aber um wieder raus zu kommen, das hat Stunden gebraucht. Im Sand bergauf ist schon anstrengend.



Für mehrtägige Touren findet man sehr leicht einen Platz zum übernachten.



Alles ist sicher und man kann den schönen Nachthimmel genießen. Wir haben dir richtige Gruppe gefunden und planen fast jedes Wochenende einen Ausflug. 



Da wird ganz schön gepackt: Holz fürs Lagerfeuer, Campingliegen, Tische, Stühle, Sonnensegel, eine prall gefüllte Kühlbox und dergleichen mehr. Übrigens, der Reifendruck macht es. Mit dem normalen Reifendruck für die Straße kann man in der Sandwüste nicht fahren. Man muss Druck ablassen, auf etwa ein halbes Bar. Wer das nicht macht, kommt früher oder später ins stocken.


Trotzdem, auch mit geringem Reifendruck, fast Jeder bleibt auf so einer Tour dann mal im Sand stecken, aber die Gruppe hilft sich gegenseitig beim wieder flott machen.


Die Autos sind ganz schön robust. Auch nach einer kurzen Flugphase, wir haben eine Senke übersehen, ist fast nichts kaputt. Rausschleppen und weiter geht’s. Dafuer gabs dann wieder etwas zu sehen, eine gespaltenen Stein, genannt Mastoras Turtle, etwa 100 km suedlich von Yanbu. Dort gibt es natuerlich auch einen Geocache.


Es gibt so viele Ausflugsziele, das wir sehr oft unterwegs waren. Trotzdem sind die Entfernungen riesig. Ganz schnell faehrt man mal an einen Wochenende 2000 Kilometer.


Aber dann gibts es wieder etwas zu sehen. Folgende Felsformation ist suedlich von Tayma, einem sehr beliebten Ausfluggebiet.

 
Es ist aber nicht alles Sandwüste. Es gibt große sehr steinige Abschnitte.



Diese Touren sind dann viel anstrengender. Oft ist Millimeterarbeit gefragt oder eine Schramme schnell ins Auto gekratzt. 


In der Steinwüste gibt es viele Wege, die sich im Laufe der Zeit gebildet haben. Dann kommt man schneller voran und kann die Landschaft genießen. Tage vorher ist aber Google Earth Arbeit angesagt um die Route für das Wochenende festzulegen. Mit GPS und eingespeichertem Track geht es dann voran, Straßenschilder gibst ja nicht.



Die Gegend oben im Bild ist für uns immer ein Highlight gewesen. Die Steinformationen sind sehr interessant. Da es über solche Reiserouten kaum Informationen gibt, muss man allerdings lange suchen, bevor man weiß, wo solche Pilze zu finden sind. Hier aber die Koordinaten: N 27°13'29.99 E 37°11'59.42. Dort kann man auch sehr bequem übernachten.



Der Stein hat mir so gut gefallen, das ich ihn gleich als meine Amateurfunk QSL Karte verwendet habe.



Ein Tal weiter, gibt es noch so einen "Pilz stein". Der ist sogar leichter mit dem Auto zu erreichen und nicht so weit von der letzten Asphaltstraße entfernt. Ein kleines Dorf ist auch daneben. Dementsprechend ist dort etwas mehr "Publikumsverkehr". Diesen Stein haben wir "Katrins Wheel" getauft. Katrin hatte die Aufgabe diesen Stein im Google Earth zu finden und die Routen dorthin zu bestimmen. Das hat gut geklappt. Hier die Koordinaten: N 27° 6'58.37 E 37°14'47.97 Wen die Anfahrt interessiert, hier ein Download mit mehr Koordinaten.

Ein beliebtes Ausflugsziel war immer der Hijaz Railway. Dies ist die alte Bahnstrecke von Damaskus nach Medina, gebaut um 1910. Der Bahnbetrieb wurde weitestgehend um 1924 wieder eingestellt. Noch heute sind die alten und gut erhaltenen Bahnhoefe zu sehen.


Auch Bruecken und Tunnel sind gut erhalten. Hin und wieder sieht man die Ueberreste der Zuege. Man erzaehlt sich, die Lock im folgenden Bild soll im ersten Weltkrieg von Lawrence von Arabia angegriffen und dabei entgleist worden sein.


Hin und wieder sieht man ganze Zuege, noch ziemlich gut erhalten. Da wo damals die Bahnstrecke entlang ging, sind heute keine Strassen angelegt worden. Der Zug auf dem folgenden Bild ist ausnahmsweise gut zu erreichen, mittlerweile geht dort in der Naehe eine Asphaltstrasse lang.

   
Wer hat das alles gebaut? Die Europaer.


Als der Railway gebaut wurde, waren die deutschen Firmen und Ingenieure natuerlich auch gut vertreten.


Wer Madina Saleh besucht, wird in Al Ula ubernachten. Wenn man schon dort ist, sollte man nicht vergessen, die sogenannten "Lion Tumbs" anzuschauen. Diese sind am oestlichen Stadrand von Al Ula, ebenfalls Grabstaetten, aber noch aelter, als die Felsengraeber in Madinah Saleh.

 
Im Sueden von Khaybar (auch Chaibar geschrieben) findet man einen uralten Dam, etwa so alt wie die Pyramiden in Aegypten. Viel steht zwar nicht mehr vom Dam, aber man kann noch gut erkennen, was man damals schon fuer impostante Bauwerke gebaut hat.

 
Von dort aus geht es dann in das Gebiet der Vulkane. Diese Tour geht wirklich ans Limit der Autos. Alle paar Kilometer waren platte Reifen angesagt. Das Vulkangestein ist wirklich sehr spitz. Wir sind aber gut vorbereitet und kommen zu den sogenannten Lava Tubes. Riesige unterirdische Gaenge, in denen frueher die Lava geflossen ist.

  
Die Gaenge sind kilometer lang und gross genug, damit mehrere Autos nebeneinander fahren koennten. Nur mit Autos kommt man da nicht hin. Der Abstieg zum Hoeleneingang ist schon schwierig genug.



Damit ist der 2. Aufenthalt in Saudi Arabien auch schon zu Ende. Von den Freunden gab es noch ein Abschiedsvideo:


Im Juni 2016 geht es nach dem Urlaub zu einem Projekt nach Kenia. Aber es gibt spaeter noch ein 3. Projekt in Saudi Arabien. Bereits 14 Monate spaeter sind wir wieder dort, dieses mal wieder in Riyadh.

(Ende am 6. Juni 2016)